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Unsere Forderungen für Hamburg

Die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Agehörigen in der Häuslichkeit und Wohn-Pflege-Angeboten stärken und spürbar verbessern!

In Hamburg leben über 31.000 Menschen mit einer Demenz. Eine Anzahl, die etwa die Bevölkerung in Stadtteilen wie etwa Bahrenfeld oder Langenhorn umfassen würde. Eine Zahl, die sich mehr als verdoppelt, wenn die damit verbundenen Angehörigen einbezogen werden, die 90 % der von einer Demenz betroffenen Menschen in ihrer Häuslichkeit betreuen und pflegen.

Demenz ist damit für viele Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt kein Randthema, sondern bestimmt ihren Alltag und gehört deshalb weit oben auf die Tagesordnung der politischen Agenda.

Hamburger Kompetenz-Zentrum-Demenz / Pflege

Viele Bundesländer fördern im Zuge politischer Programme auf der Bundesebene (Allianz für Menschen mit Demenz (2014-2018), Nationale Demenzstartegie (2020-2026)) für die Umsetzung der Programme auf Länderebene Demenz-Kompetenz-Zentren. Aufgabe der Zentren ist es Bedarfslagen zu erheben, Entwicklungsvorhaben vorzuschlagen und Projektmaßnahmen zur Verbesserung der Lebensituation von Menschen mit Demenz und Angehörige mit allen Beteiligten umzusetzen.

In Hamburg besteht kein Demenz Kompetenz Zentrum. Damit fehlt ein Ort, der ausgestattet mit personellen Ressourcen übergreifend Handlungsbredarfe im Bereich Demenz und Pflege in den Fokus nehmen kann, mit Fachgruppen und Betroffenen Maßnahmen entwickeln und mit nachhaltiger Wirksamkeit umsetzen kann. Die Auswirkungen der Corona Pandemie haben nicht nur Problemlagen in einzelen Bereichen verdeutlicht, sondern auch die Bedeutung der Verfügbarkeit von Informationen und Strukturen der Zusammenarbeit.

Nicht nur für zukünftige Krisen, sondern zur grundsätzlichen Gesatltung der Herausforderungen des demografischen Wandels im Bereich Gesundheit und Pflege benötigt Hamburg ein Kompetenz-Zentrum-Demenz/Pflege!

In persönlichen Beratungen, Gesprächsgruppen, Kursen und Veranstaltungen werden von Angehörigen insbesondere die nachfolgenden Punkte immer wieder mit Nachdruck benannt, die aus unserer Sicht einer dringenden Bearbeitung in dieser Stadt bedürfen:

Menschen mit Demenz in der eigenen Häuslichkeit

Etwa 2/3 der Menschen mit Demenz leben in der eigenen Häuslichkeit. Die Begleitung wird von ebenfalls allermeist höherbetagten Angehörigen geleistet. Angebote zur Entlastung von Angehörigen müssen besser ausgestattet und ausgeweitet werden, damit diese in mehr Stadtteilen auf kurzen Weg für Familien verfügbar sind.

Ehrenamtliche Besuchsdienste sind wertvolle Hilfen, sie unterstützen die Teilhabe von Menschen mit Demenz und schaffen Freiraum für Angehörige. Die Koordination gewinnt, vermittelt und bindet enaggierte Ehrenamtliche, sie berät, begleitet und ermutigt Angehörige. Dies erfordert eine auskömmliche Finanzierung zur Sicherstellung der Aufgaben.

Menschen mit Demenz in stationären Wohneinrichtungen

Über 70 % der Bewohnerinnen und Bewohner in stationären Wohneinrichtungen sind von einer Demenz betroffen. Die Pflege und Betreuungssituation ist trotz gewachsenem Praxiswissen weiterhin in vielen Häusern nicht nur durch den weithin bekannten Mangel an Pflegefachkräften, sondern auch aufgrund fehlender Kompetenzen oft unzureichend.

Hier gilt es sowohl die Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden als auch die Begleitung und Betreuung der an Demenz erkrankten Bewohnerinnen und Bewohner durch fachliche Unterstützung und mehr Zeit der Mitarbeitenden zu verbessern.

Gefordert sind Rahmenbedingungen für eine personenzentrierte Pflege, ein praxiswirksamer Abbau von Bürokratie (Pflegedokumentation, MDK-Prüfungen etc.), eine bessere Vergütung von Pflegemitarbeitern und familiengerechtere Arbeitsorganisation um die Gesundheit von Pflegenden zu schützen und die Berufspraxis attraktiver zu gestaltenden.

Die Genehmigung stationärer Wohn-Pflege-Angebote ist über quatitative Bedarfslagen und wirtschaftlicher Betreibung an fachlich-konzeptionelle Anforderungen der geplanten Pflege und Betreuung zu binden. Die bauliche und räumliche Gestaltung ist so anzulegen, dass diese unter Berücksichtigung von körperlichen und kognitiven Beeinträchtigungen die Selbstsändigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner unterstützt.

Für einen Großteil von Menschen mit Demenz bewähren sich in der Praxis kleinere Einheiten Wohn-Pflege-Einheiten, die sich an dem Leitbild eies Privathaushaltes orientieren. Es sind aber auch Wohn-Pflege-Konzepte für Menschen mit Demenz mit Hinlauftendenzen und Bewegungsdrang zu berücksichtigen.

Um Menschen mit Demenz in Krisensituationen, nach Krakenhausauftenthalten oder bei Ausfall von Angehörigen kurzfristig ein abgesichertes Wohn_pflege-Umfeld anbieten zu können, sind in allen Bezireken solitäre Kurzzeotüflegen erforderlich.

Menschen mit Demenz im Krankenhaus

Die Versorgung von Menschen mit Demenz in allgemeinen Krankenhausabteilungen ist seit Jahren unzureichend und überaus belastend für die Betroffenen und ihre Angehörigen. Mittlerweile gibt es viele Erkenntnisse und Konzepte zur Begleitung von Patientinnen und patienten mit der Begleitdiagnose Demenz während Krankenhausauftenthalten. Zentrale erkenntnisse sind:

  • Bewusste Entscheidung der Kranknkenhausleitung bestehende Aufbau- und Ablaufprozesse sowiet wie möglich auf Menschen mit kognitiven Einschränkungen auszurichten
  • Einrichtung von Personalressourcen zur Entwicklung, Begleitung und Abstimmung von Aufbau- und Ablaufprozessen für Menschen mit kognitiven Einschränkungen
  • Einrichtung einer besonderen Station zur erleichterung des Tages- und Nachbegleitung sowie “internen Kompetenz-Zentrum” für andere Stationen
  • Schulung aller Berufs- und Fachgruppen im Krankenhaus,
  • Einbindung von Angehörigen und anderen vertauten Familienmitgliedern in die Begleitung und Betreuung

Menschen mit Demenz in jüngerem Lebensalter

Im Vergleich zu früheren Jahren melden sich inzwischen sehr häufig Menschen bei uns, die relativ jung, zwischen 40 und 60 Jahren, von einer Demenz betroffen sind. Dies schließt auch Menschen mit einer frontotemporalen Demenz ein. Hier ist nicht nur die familiäre und wirtschaftliche Situation besonders belastend, sondern es mangelt auch an Begleit- und Betreuungsangeboten.
Wir sehen, dass es für diese Personengruppe eine engmaschigere Begleitung im Sinne eines „Case- und Care-Managements“ braucht.
Die Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ des NDR hat möglich gemacht, dass wir hier ein bundesweit wohl einmaliges Modellprojekt initiieren konnten, das nach Ausschöpfen unserer Mittel Verstetigung – und damit auch finanzielle Ressourcen – braucht.
Was für Menschen am Beginn der Demenz ebenso in der Fläche noch fehlt sind Tagespflegeangebote, Gruppenangebote ganz allgemeiner Art und an vielen Punkten des gesellschaftlichen Lebens die Ermöglichung von Teilhabe.

Allgemein- und fachärztliche Versorgung und kooperierende Überleitung

Immer wieder werden lange Wartezeiten bis zur Untersuchung durch Fachärztinnen und Fachärzte beklagt. Regelmäßig erreichen uns Rückmeldungen von Angehörigen, dass es vielen Hausärztinnen und Hausärzten an Kompetenzen in der Diagnostik, bei der Vermittlung der Diagnose und Kenntnisse möglicher Hilfsangebote in der Stadt fehlt.

Die Arbeitsgruppe „Kompetenz-Kette-Demenz“ der Landesinitiative Leben mit Demenz in Hamburg hat die Problematik einer effektiven Überleitung von Menschen mit Demenz aufgegriffen. Ähnlich wie beim Thema „Krankenhaus“ bedarf es für eine nachhaltige Implementierung aus unserer Sicht einer verbindlichen Arbeitsstruktur mit professioneller Begleitung, um Schnittstellenprobleme sachlich anzusprechen und ergebnisorientiert konstruktiv zu bearbeiten.

Teilhabe und Mobilität von Menschen mit Demenz im öffentlichen Raum

Für viele Menschen ist die Diagnose Demenz weiterhin mit Angst und Scham verbunden. Häufig kommt es zum Rückzug und das eigene Leben wird in Frage gestellt. Um offen mit der Krankheit umzugehen und eine positive Lebensperspektive zu entwickeln, muss es nicht nur Unterstützungs- und Entlastungsangebote geben, sondern bedarf es zusätzlich einer gesamtgesellschaftlichen Sensibilität und Kompetenz im Umgang mit Menschen mit Demenz und deren Angehörigen.

Menschen mit Demenz und Menschen, die sie begleiten, stehen in vielen Situationen im öffentlichen Raum noch immer vor großen Herausforderungen: In der U-Bahn, im Einkaufszentrum, bei Behörden und in Arztpraxen. Mitarbeiterschulungen, Informationen und Öffentlichkeitsarbeit sind mögliche Wege, Schwellen abzubauen und mehr Teilhabe von Menschen mit Demenz am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen.
Aus unserer Sicht ist das Thema Demenz in einer Metropolregion wie Hamburg fach- und behördenübergreifend zu bearbeiten – wobei die Fäden an einer zentralen Stelle zur übergreifenden Abstimmung zusammenlaufen sollten.

Neben den schon genannten Themen seien hier stellvertretend genannt: Mobilität (wie erreichen Menschen mit Demenz die Angebote), Quartiersentwicklung (wie muss ein Quartier beschaffen sein, damit Menschen mit Demenz möglichst lange selbstbestimmt in ihm leben können), Kultursensibilität (wie wird das Hilfesystem Menschen mit Migrationshintergrund zugänglich gemacht), wie wird das Ehrenamt weiterentwickelt, ohne Überforderung (Förderung Ehrenamtsangebote)…

Stand 01.2022

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