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Stationäre Wohneinrichtungen

Alzheimer Telefon

040 - 47 25 38

Situation in stationären Wohneinrichtungen

Besuche in Wohneinrichtungen

Für stationäre Pflegeeinrichtungen sind ab dem 18.05. wieder eingeschränkt Besuche möglich.
Die Rechtsverordnung sieht folgende Besuchsregeln vor: Ab dem 18. Mai 2020 dürfen Bewohner*innen von stationären Wohneinrichtungen an mindestens einem Tag pro Woche für jeweils mindestens eine Stunde von einer festen Kontaktperson besucht werden. Besuche für maximal zwei weitere Stunden sind nur mit Zustimmung des Trägers der Wohn- oder Kurzzeitpflegeeinrichtung möglich. Die Einrichtung muss dafür ein Besuchskonzept entwickeln.
Die Besucher*innen müssen sich vorher anmelden und erhalten einen Termin. Sie tragen sich bei der Ankunft in eine Kontaktliste ein und bestätigen schriftlich, dass sie in den letzten 14 Tagen vor dem Besuch ihres Wissens keinen Kontakt mit COVID-19-Erkrankten gehabt haben, selbst nicht positiv auf COVID-19 getestet wurden sowie aktuell keine Symptome einer Atemwegserkrankung haben. Kinder unter 14 dürfen nicht zu Besuch kommen.
Die Besuche dürfen grundsätzlich nur in den Außenbereichen, in abgegrenzten Arealen oder dort errichteten Raumeinheiten oder in extra eingerichteten Besuchsräumen stattfinden. Die Zimmer in den Wohnbereichen dürfen nur betreten werden, wenn den Bewohner*innen aufgrund von eingeschränkter Mobilität oder aus sonstigen Gründen ein Verlassen nicht möglich ist.
Die Besucher*innen sollen bei ihren Besuchen möglichst keinen anderen Besucher*innen und keinen weiteren Bewohner*innen begegnen. Sofern möglich, sind deshalb gesonderte Neben- oder Besuchereingänge zu nutzen, und es ist eine Wegeführung innerhalb der Einrichtung vorzugeben.
Beim ersten Besuch müssen die Besucher*innen mündlich und schriftlich über die Hygienemaßnahmen aufgeklärt werden. Es muss die Möglichkeit zur Händedesinfektion gegeben sein. Ein Mund-Nasen-Schutz ist von Besucher*innen während des gesamten Aufenthalts zu tragen.
Im Fall von Sterbebegleitung sind Ausnahmeregelungen nach wie vor möglich.
Die entsprechende Rechtsverordnung finden Sie “hier”:.

Weitere Ausnahmen gibt es nur für medizinische und therapeutische Behandlungen und für die Erledigung dringender Rechtsgeschäfte oder in der Sterbephase. Dann sind weitergehende Besuche mit möglichst umfassenden Schutzmaßnahmen möglich.

Pflegeplatzsuche

Pflegeeinrichtungen in Hamburg (und in Schleswig-Holstein) haben, anders als die Einrichtungen in Niedersachsen, keinen generellen Aufnahmestopp.

Weitere Informationen finden Sie auch in den “Präventions- und Handlungsempfehlungen für Wohneinrichtungen der Pflege”.

Wenn Sie aktuell einen Platz in einer Pflegeeinrichtung benötigen, ist es unserer Erfahrung nach allerdings nicht ganz einfach, weil viele Einrichtungen, auch schon vor der Coronakrise, voll belegt waren. Leider gibt es keine zentrale Meldestelle für freie Plätze, sodass nur ein Durchtelefonieren der einzelnen Einrichtungen möglich ist. Sollte die Einrichtung einen Platz anbieten können, wird ein negativ ausfallender Coronatest bei Aufnahme erforderlich.

Online gibt es einige Suchmaschinen, die bei der Suche nach einem Pflegeplatz hilfreich sein können:

www.pflegelotse.de
www.umsorgt-wohnen.de
www.wohnen-im-alter.de
Pflegekompass

Sollten Sie hier weitere Informationen oder Unterstützung bei der Suche benötigen, wenden Sie sich an das zentrale Corona Hilfe Telefon „Hamburg hilft Senioren“ unter 040 – 42828 8000 https://www.hamburg.de/coronavirus/senioren

Bei uns sind in den letzten Tagen viele Fragen aufgetaucht, wie ein Kontakthalten in der aktuellen Situation trotzdem allem gelingen kann. Die Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege (AGFW) hat hierzu ein Infoblatt mit vielen Tipps erstellt. Es befindet sich am Ende dieser Seite. Es sind auch zahlreiche kreative Ideen entwickelt worden. Wir möchten einige der Fragen exemplarisch beantworten. Uns ist bewusst, dass es zum Teil sehr individuelle Lösungen sind, die je nach Krankheitsfortschritt leider nicht immer umsetzbar sind.
Wenn Sie ratlos sind, ob und wie sich unsere Ideen und Vorschläge in Ihrer ganz individuellen Situation umsetzen lassen, dann wenden Sie sich gerne an unser

Alzheimer-Telefon unter 040 – 47 25 38
jeweils Montag – Freitag 10 – 16 Uhr und Mittwoch 10 – 19 Uhr

Mehr zu unserem Beratungsangebot finden Sie hier: Beratung während der Coronakrise

Was könnte ich tun, wenn ich unter den momentanen Bedingungen trotzdem „in Kontakt“ kommen möchte?

Auch bei dieser Frage kommt es wieder sehr auf den Fortschritt der Erkrankung an.
Wir hören in den letzten Tagen immer wieder von sehr kreativen Lösungen: da werden ganz altmodisch Briefe geschrieben, da wird assistiertes Telefonieren ausprobiert oder ganz neumodisch, eine Videobotschaft versendet. Da werden Besuche vom Balkon zum Hof oder an der Terassentür gemacht, Enkelkinder malen Bilder oder basteln Osterüberraschungen. Was für Senioren generell gute Ideen sein können, ist aufgrund der kognitiven Einschränkungen bei Menschen mit Demenz häufig nicht mehr möglich. Außerdem ist beim Einsatz digitaler Medien nach unserer Erfahrung im Einzelfall zu klären, was das Haus sowohl technisch als auch personell leisten kann.
Beim telefonischen Kontakt, kommt es dann auch manches Mal zu Rückfragen, warum kommst Du denn nicht oder was ist denn da los, dass Du nicht kommen kannst?
Die Erklärungen machen vielleicht eher Angst, kommen nicht an, werden wieder vergessen oder aber die Person beispielsweise in der Videobotschaft kann nicht zugeordnet werden.
Manchmal berichten vielleicht die Pflegekräfte im Nachgang, dass die Bemühungen in Kontakt zu kommen, den Betroffenen eher verwirrt zurückgelassen haben.
Wie so oft bei einer Demenz gibt es leider nicht DIE Lösung, die für alle passt und zu der man pauschal raten kann.
Manchmal ist die Kontaktunterbrechung, bedingt durch das Fortschreiten der Erkrankung, gar kein Problem für den Menschen mit Demenz sondern vor allem für die Person, die kognitiv gesund ist. Vielleicht geht es dann eher darum, einen Umgang zu finden mit der Situation und den eigenen Sorgen und Ängsten.

Mein erkrankter Angehöriger fragt immer wieder, warum ich nicht mehr zu Besuch komme?

Je nach Krankheitsstadium, sollten Sie unterschiedlich auf die Frage reagieren. Manchmal wird aufgrund der Zeitgitterstörung das Fernbleiben gar nicht wahrgenommen. Manche Menschen bekommen die momentane Situation außerhalb der Wohneinrichtung sehr bewusst mit und brauchen vielleicht eine wiederkehrende, ausführliche Erklärung zur momentanen Situation. Manchmal braucht es eine wiederkehrende Antwort auf die wiederkehrende Frage, die allerdings nicht noch zusätzlich beängstigend ist.
Manchmal ist auch hier eine „Notlüge“ erlaubt – eine Angehörige nennt diese „weiße Lügen“!
Beispielsweise hatten wir, eine Dame mit der Frage: „Meine Mutter versteht nicht, dass ich nicht mehr komme. Ich kann mit ihr telefonieren, aber dann fragt sie immer, warum ich nicht komme. Die Erklärungen, die ich dann gebe, ängstigen sie dann aber sehr, weil sie das alles nicht versteht und dann in Sorge gerät, dass ICH krank sei.“
Mit der Angehörigen haben wir gemeinsam überlegt, welche Erklärung die Mutter akzeptieren kann ohne beunruhigt zu sein. Sie erzählte, dass es für Ihre Mutter immer gut sei, zu hören, dass sie in Berlin bei der eigenen Tochter sei. Nun beschließt sie die Telefonate mit dem Satz. „Ich bin ja derzeit in Berlin bei Deiner Enkelin. Ich komme Dich wieder besuchen, wenn ich zurück bin.“

Mich treibt es um, dass ich nicht weiß, wie es meinen Angehörigen geht. Was kann ich tun?

Kommen Sie mit den Menschen, die sich derzeit kümmern, ins Gespräch!
Zunächst sollte geklärt werden, wie derzeit mit solchen Anfragen im Haus umgegangen wird. Es macht wenig Sinn zu jeder Zeit, von jeder Person eine verlässliche Auskunft zu dieser Frage zu erwarten.
Klären Sie Sprechzeiten im Vorwege und bedenken Sie, dass auch die Wohneinrichtungen zurzeit mit besonderen Herausforderungen umgehen müssen. Beispielsweise fällt die Unterstützung durch helfende Angehörige weg, Kolleg*innen fallen krankheitsbedingt aus und die Menschen in der Einrichtungen sind ggf. unruhiger.
Überlegen Sie, ob es vielleicht jemanden gibt, zu dem Sie vorher schon einen guten Kontakt hatten und von dem Sie sich die Auskunft wünschen, weil Sie vielleicht wissen, dass diese Person Ihren Angehörigen gut einschätzen kann. Gibt es eine Bezugspflegeperson, PDL die Ansprechpartner*in ist, jemanden, der den Menschen auch gut kennt und auf dessen Auskunft Sie sich dann auch verlassen können. Vielleicht können Sie gemeinsam beratschlagen, welche Maßnahmen hilfreich und aufmunternd wären.
Mehr zum Umgang mit eigenen Belastungen finden Sie auch hier – Tipps zum Umgang mit Belastungen

Infoblatt der AGFW zur Kontaktgestaltung mit Bewohner*innen in stationären Wohnformen

Die Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege (AGFW) hat Informationen mit vielen Praxistipps zur Kontaktgestaltung mit Bewohner*innen in stationären Wohn-Pflege-Formen zusammengestellt.

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Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. - Positionspapier zu Besuchseinschränkungen stationäre Wohneinrichtungen

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. macht in ihrem Positionspapier zu den Besuchseinschränkungen in der stationären Pflege auf die besondere Belastungen von Menschen mit einer Demenz in diesem Zusammenhang aufmerksam und fordert eine Ausweitung von kontakt- und Besuchsmöglichkeiten in allen Bundesländern.

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