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Statement zur Situation

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Statement der Alzheimer Gesellschaft Hamburg e.V. zur aktuellen Situation

Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen besonders in den Blick nehmen und unterstützen!

Als Folge der Corona-Pandemie sind seit Mitte März 2020 verschiedene Verfügungen erlassen worden, um die Gesundheit der Bevölkerung und besonderer Risikogruppen zu schützen. Verbunden damit sind zugleich tiefgreifende persönliche Einschränkungen, die für uns alle belastend sind. Für Menschen mit Demenz, die die Situation nicht verstehen und nachvollziehen können und pflegende Angehörige, die hierdurch noch mehr auf sich allein gestellt, sind die Auswirkungen häufig noch belastender. Schon in „normalen“ Zeiten gera-ten Angehörige immer wieder an die Grenzen der Belastbarkeit und darüber hinaus.

Wir sehen: Die Stadt Hamburg hat die Herausforderungen der Pandemie angenommen und versucht, viele medizinische und psychosoziale Versorgungsanforderungen zuverlässig sicherzustellen.
Dennoch erreichen uns immer wieder Anfragen von Angehörigen von Menschen mit Demenz, die ihre Belastungen und Sorgen zum Ausdruck bringen. Nicht wenige fühlen sich in ihrer Situation alleingelassen, verzweifelt und Rechten unverhältnismäßig eingeschränkt. So z. B. wenn stationäre Wohneinrichtungen sie unzureichend über die Situationen ihrer Ange-hörigen informieren.

Es bestehen auch Schwierigkeiten verschiedene Informationen aus den Medien im Hinblick auf die Bedeutung für die konkrete Versorgung des eigenen Angehörigen einschätzen zu können.

Aus vielen Gesprächen mit Angehörigen in den letzten Wochen, haben wir die nachfolgen-den Vorschläge zusammengefasst, die pflegenden Angehörigen und Menschen mit Demenz in dieser Situation helfen könnten. Manches ist bereits vorhanden oder befindet sich auf dem Weg, anderes bleibt weiter Auftrag!

  • Die Aufrechterhaltung der häuslichen und stationären Versorgung von Menschen mit Demenz und weiteren Pflegebedürftigen erfordert für die Mitarbeiter*innen ärztlicher und pflegerischer Dienste eine ausreichende Ausstattung mit Desinfektionsmitteln, Pflegehilfsmitteln und Schutzmaterialien. Hier sind alle möglichen Wege der Mittelbeschaffung forciert zu beschreiten!
  • Wird Quarantäne angeordnet, muss erfasst werden, ob die betreffende Person pflegende Angehörige ist, um so bei Versorgungsengpässen zügig die erforderliche Unterstützung zu organisieren können.
  • Für Menschen mit Demenz, insbesondere mit herausfordernden Verhaltensweisen, die durch die Beschränkung von Tagespflegeangeboten ausschließlich Zuhause betreut werden können, sollten mögliche aufsuchende Einzelbetreuungsangebote ermittelt und an die Seite gestellt werden.
  • Mit der Beschränkung von Tagesangeboten und der erschwerter Neuaufnahme in stationäre Wohneinrichtungen, sollten in jedem der Hamburger Bezirke übergangsweise „alternative“ Tages- und Kurzeitpflegeplätze geplant und bereitgestellt werden.
  • Die Untersagung von Besuchen von Angehörigen in stationären Wohneinrichtungen, sollte an klaren Vorgaben gebunden sein, wie Angehörige den Kontakt halten können und zuverlässig organisiert informiert werden.
  • Die Möglichkeiten der palliativen Versorgung und Berücksichtigung von Handlungsvorgaben aus Patientenverfügungen sind auch in akuten Krisensituationen im Krankenhaus und stationären Wohneinrichtungen unabdingbar umzusetzen.
  • Es sollte eine zentrale Stelle eingerichtet werden, bei der Bürger*innen einerseits ihre Anliegen vorbringen können und die andererseits Vorschläge für die Handhabung von Problemlagen entwickeln und in Entscheidungsprozesse einbringen kann.
  • Angebote der psychosozialen Beratung von pflegenden Angehörigen sollten gebündelt und mit breiter Streuung in der Öffentlichkeit verbreitet werden.
  • Maßnahmen der schrittweisen Rückführung in das gewohnte, freiheitliche Alltagsleben, sind nicht pauschal an dem Kriterium Lebensalter zu bemessen und dürfen nicht zu einseitigen Beschränkungen von älteren Menschen führen.
  • Pflegende Angehörige von Menschen mit und ohne Demenz und ältere Bürger*innen in Hamburg sind bei der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zu hören und einzubeziehen.

Tobias Götting, Vorsitzender
Jörn Wieking, Geschäftsführer
Alzheimer Gesellschaft Hamburg e.V.

Corona Pandemie - Statement der Alzheimer Gesellschaft Hamburg e.V.

Mit Blick auf Menschen mit Demenz und Angehörige in der Situation der Corona Pandemie haben wir aus zahlreichen Berichten und Gesprächen die nachfolgenden Forderungen an Politik, Behörden und professionelle Pflegebetriebe zusammenagefasst!

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