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Häuslichkeit

Alzheimer Telefon

040 - 47 25 38

Situation in der Häuslichkeit

In der häuslichen Situation sind Angehörige nun gefordert, wegen eingeschränkteren Entlastungsangeboten (Tagespflege etc.) sich bis auf weiteres über 24 Stunden um ihren erkrankten Angehörigen alleine zu kümmern.
Vielleicht tauchen in diesem Zusammenhang verschiedene Fragen auf. Wir möchten Sie unterstützen und haben einige Fragen, die uns in der letzten Zeit gestellt worden sind, aufgegriffen und werden Sie im Folgenden exemplarisch beantworten. Dabei ist uns bewusst, dass es wenig pauschale Antworten gibt.
Wenn Sie ratlos sind, wie sich unsere Ideen und Vorschläge in Ihrer ganz individuelle Situation umsetzen lassen, dann wenden Sie sich gerne an unser

Alzheimer-Telefon 040 – 47 25 38
jeweils Montag – Freitag 10 – 16 Uhr und Mittwoch 10 – 19 Uhr

Was weiterhin möglich ist?

Spaziergänge sind weiterhin möglich. Die Bewegung an der frischen Luft tut Ihnen und auch Ihrem Angehörigen gut. Halten Sie den vorgegebenen Abstand von mindestens 1,5 Metern ein. Wenn vorhanden, kann natürlich auch der Garten weiterhin genutzt werden.
Einkäufe und dringende Arztbesuche sind weiterhin möglich. Beim Einkaufen rät das Robert-Koch-Institut zum Tragen einer Schutzmaske. Ab Montag den 27.04. ist das Tragen einer Maske beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr auch in Hamburg Pflicht (Informationen zum Tragen von Masken finden Sie hier).
Wenn Sie die Möglichkeit haben, lassen Sie sich den Einkauf von Angehörigen, Nachbarn, Lieferdienste oder engagierten Personen (Einkaufsservice) aus der Umgebung abnehmen. Sollten Sie nicht bereits einen Einkaufsservice für sich nutzen, erhalten Sie dazu hier Hilfe:

Corona Hilfe Telefon „Hamburg hilft Senioren“ 040 – 42828 8000
https://www.hamburg.de/coronavirus/senioren

Arztbesuche sollten nur unternommen werden, wenn sie dringend erforderlich sind. Ambulante Hilfsangebote, wie beispielsweise die Pflegedienste, können und sollten weiterhin genutzt werden. Bitte haben Sie Verständnis, dass sich auch die Mitarbeiter*innen möglichst an Abstandregelungen halten werden.
Die Tagespflegen bieten für Gäste, die bereits vor dem 15.03.2020 das Angebot genutzt haben, eine Notbetreuung an. Fragen Sie hier bei Ihrer Tagespflege nach. Das Merkblatt, Präventions- und Handlungsempfehlungen für ambulante Pflegedienste der Stadt Hamburg finden Sie hier:

Mein erkrankter Angehöriger versteht die aktuelle Situation nicht?

Je nach Stadium der Erkrankung, können die Betroffenen Erklärungen der Situation unterschiedlich verstehen und verarbeiten. Es gibt insofern keine allgemeingültige Antwort auf die Frage, wie man es am besten erklärt. Die Nachrichten im Fernsehen und Radio, der veränderte Tagesablauf – auch wenn jemand nicht versteht, worum es dabei geht, wird er verunsichert sein und vielleicht immer wieder nachfragen. Dann sollten Sie versuchen, ihm die aktuelle Situation mit einfachen Worten zu erklären.
Besonders wichtig dabei: Geben Sie Ihrem Angehörigen mit Demenz gleichzeitig auch zu verstehen, dass er in Sicherheit ist, dass Sie weiter für ihn da sind und dass er nicht allein ist. 
Sicherheit, Orientierung und Stressreduktion stehen im Moment an erster Stelle. Dies kann bei einer fortgeschrittenen Demenz auch bedeuten, möglichst wenig über die Pandemie zu reden, um die Verunsicherung so gering wie möglich zu halten.

Was kann ich tun, um mich mit meinen Angehörigen zuhause zu beschäftigen?

Versuchen Sie, soweit wie möglich die gewohnten Routinen beizubehalten, wenn diese Ihnen gut tun!
Für einen Menschen mit Demenz kann es beängstigend sein, wenn sich die üblichen Abläufe plötzlich ändern. Versuchen Sie deshalb an liebgewonnen Gewohnheiten festzuhalten,
Aber, nehmen Sie raus, was Stress macht. Wenn es vorher wichtig war, dass immer montags Waschtag war, so ist das in diesen Zeiten zu vernachlässigen, wenn es bedeutet, dass Sie sich immer mehr antreiben und nicht mehr zur Ruhe finden. Tipps zu mehr Entspannung im Alltag finden Sie auch hier auf unserer Sonderseite Tipps zum Umgang mit Belastungen

Tun Sie Dinge, die Ihnen Spaß bereiten, z. B. einen Film schauen, Musik hören, lesen, Handarbeiten, neue Rezepte ausprobieren. Auch in der Wohnung gibt es viele Möglichkeiten der Beschäftigung. Je nach Fähigkeiten und Interessen können Sie gemeinsam Gesellschaftsspiele spielen, Kreuzworträtsel lösen, gemeinsam singen oder Puzzeln. Man kann Musik im Radio oder Fernsehen anhören oder mal wieder eine Platte auflegen oder den CD Player nutzen. Bewegen Sie sich gemeinsam zu Hause oder bei einem Spaziergang.
Tipps , Ideen und Anregungen finden Sie auch hier auf unserer Sonderseite Tipps zum Umgang mit Belastungen

Ermöglichen Sie Kontakt mit der Familie, Freunden oder Bekannten über Telefon oder Video-Telefonie oder auch darüber, dass beispielsweise die Enkelkinder eine Karte schreiben, ein Bild malen oder ein Lied aufnehmen und als Sprachnachricht schicken.

Wenn ihr erkrankter Angehöriger gerne einfach vor dem Fernseher sitzt und seine Lieblingssendungen schaut, dann ist auch dieses erlaubt. Erlaubt ist alles, was Spaß macht, Ruhe und Entspannung in den Alltag bringt.
Wichtig: Schauen Sie nur gezielte Informationssendungen aus verlässlichen Quellen, um Angst und Stress nicht zusätzlich zu schüren.
Wer kann und die technischen Voraussetzungen hat, kann auch die vielfältigen Möglichkeiten des Internet nutzen.

Was ist, wenn ich meinem Angehörigen nicht mehr alleine in der Wohnung lassen kann?

Grundsätzlich gilt für alle Bürger*innen, dass der eigene Haushalt nur für bestimmte Aktivitäten (Einkauf, Weg zur Arbeit, Spaziergänge, Laufen, Hundeausführung) und im erforderlichen Umfang verlassen werden soll.
Die Wohnung sollte deshalb, nur wenn erforderlich, immer gemeinsam mit dem erkrankten Angehörigen verlassen werden. In Notfällen sollten dann vertraute Personen angesprochen werden, die unter Beachtung der Hygiene- und Verhaltensvorschriften in der Zeit bei dem erkrankten Angehörigen sind.

Was mache ich, wenn mein Angehöriger alleine die Wohnung verlassen will?

Mit der Corona Pandemie gelten bestimmte Regelungen für soziale Kontakte (max. 2 Personen, 1,5 m Abstand, mehre Personen nur bei Kindern in einem gemeinsamen Haushalt). Menschen mit einer Demenz sind meist nicht mehr in der Lage, solche Bestimmungen zu verstehen und sich nach ihnen zu richten.
Grundsätzlich ist das Verlassen des Hauses für einen Spaziergang in Hamburg weiterhin möglich. Ist Ihr Angehöriger üblicherweise auch allein spazieren gegangen und konnte sich orientieren, halten sie ihren Angehörigen nicht auf und lassen sie ihm die Freiheit, sich auch weiterhin draußen zu bewegen. Sollte die Orientierung krankheitsbedingt bereits eingeschränkt sein, schauen Sie, ob sie mitgehen können oder es ob es aus der Familie, Nachbarschaft jemanden gibt, der mitgehen kann. Die Kontaktpersonen sollten möglichst minimiert und auf die immer gleiche(n) Person(en) beschränkt sein.
Natürlich sollten Angehörige nach Wegen suchen, wie sie unerwünschte und unnötige Ausflüge der Erkrankten außer Haus beschränken können. Maßnahmen wie Einsperren in der Wohnung sind aber unverhältnismäßig und stellen unrechtmäßige Freiheitsbeschränkungen dar und können massive Gefühle von Angst und Bedrohung bei Menschen mit Demenz hervorrufen. Misstrauisches, abwehrendes oder aggressives Verhalten gegenüber ihren Angehörigen und Mitmenschen sind dann typische und verständliche Reaktionen. Menschen mit einer Demenz suchen unter Umständen verzweifelt Auswege. Sie rufen um Hilfe – bei Angehörigen, Nachbarn oder der Polizei – oder sie versuchen aus der Wohnung zu kommen, zum Beispiel indem sie aus dem Fenster klettern und schlimmstenfalls dabei verunglücken.
Sorgen um juristische Folgen müssen sich Angehörige aber nicht machen: Wer aufgrund einer Demenzerkrankung nicht einsichtsfähig ist, ist im juristischen Sinne deliktsunfähig. Er kann also auch nicht bestraft werden, wenn er sich nicht an behördliche Anordnungen hält. Auch diese Informationen haben wir zum Teil auf der Seite unseres Dachverbandes entnommen. Mehr finden Sie auch hier https://www.deutsche-alzheimer.de/ueber-uns/presse/aktuelles-zur-corona-krise/haeufige-fragen-und-antworten-zu-corona-und-demenz.html#c5040

Was kann ich tun, wenn mein Angehöriger unruhig ist und wiederholt Fragen stellt?

Das Phänomen, dass Menschen mit Demenz immer wieder dieselbe Frage wiederholen und Unruhe zeigen, ist im Verlauf einer Demenz häufig zu beobachten. Das kann für die Betreuenden ausgesprochen anstrengend und belastend sein und den Eindruck erwecken, dass der Mensch einen „mit Absicht ärgern will“. Das ist jedoch normalerweise nicht der Fall. Vielmehr hat er wahrscheinlich einfach vergessen, dass er die Frage schon einmal gestellt hat. Wiederholtes Fragen und auch die Unruhe sind häufig ein Zeichen von Angst oder Unsicherheit. Und auch wenn Menschen mit Demenz vielleicht nicht verstehen, was da gerade genau los ist mit dieser Pandemie, so spüren sie doch, die momentane Angst oder Unsicherheit und auch die veränderten Routinen.
Diskutieren Sie nicht, versuchen Sie nicht „recht zu haben“! Versuchen Sie, die Fragen in kurzen, verständlichen Sätzen zu beantworten – auch gerne immer wieder auf die gleiche Art und Weise, ohne Einsicht zu beharren.
Erlaubt ist, was funktioniert:

  • Manchmal ist auch eine Notlüge erlaubt – eine Angehörige nennt diese „weiße Lügen“ (z.B. jemand möchte zur Arbeit gehen und das Haus verlassen -> „Du bist so pflichtbewusst! Aber heute ist Sonntag und Du hast frei!“)
  • probieren Sie, ob es einen Unterschied macht, wenn Sie Antwort gut lesbar aufschreiben und auf die Notiz zeigen, sobald der erkrankte Mensch die Frage stellt. * Unterbrechen Sie die Situation, vielleicht hilft ablenken, etwas anderes machen. * Geben Sie nicht nur eine Antwort, sondern beruhigen und trösten Sie auch, wenn Sie eine Idee haben, welches Gefühl sich hinter der Frage verbirgt.

Wenn Sie die Geduld verlieren, gehen Sie für kurze Zeit aus dem Zimmer und suchen Sie einen Ort auf, an dem Sie ungestört sein können. In Zeiten wie diesen ist der Ort der Wahl manchmal das „stille Örtchen“, an dem man sich für einen Moment einschließen kann.

Was, wenn ich unvorhergesehen ausfallen sollte?

Für den Fall, dass Sie selbst ausfallen sollten, macht es immer Sinn, einige Dinge im Vorwege zu planen:

  • Stimmen Sie sich mit der pflegebedürftigen Person und innerhalb der Familie, im Freundeskreis, in der Nachbarschaft oder mit einem professionellen Pflegedienst ab.
  • Notieren Sie wichtige medizinische und pflegerische Informationen und die wichtigsten Kontakte für die Vertretung.
  • Stellen Sie sicher, dass nötige Medikamente vorrätig sind.
  • Erwägen Sie Essen vorzukochen und einzufrieren, Wäsche vorzubereiten.
  • Falls Sie selbst einen Verdacht auf COVID-19 haben finden Sie hier weitere Informationen zum Umgang mit der Erkrankung: https://www.hamburg.de/contentblob/13670086/6917c851a672b2c93f26d9fda65632e5/data/merkblatt-verhaltensweisen.pdf
    Sollte es zu tätlichen Übergriffen kommen und ihr Angehöriger ist nicht zu beruhigen, können Sie im Notfall zu ihrem Schutz die Polizei zu Hilfe holen.

Was tun, wenn bei mir ein Verdacht auf eine Corona-Virus-Infektion besteht?

Bei einem Verdacht auf eine Infektion werden die Ärzte informiert und es wird evtl. eine Testung vorgenommen. Bei einer Bestätigung der Infektion wird das Gesundheitsamt informiert und besondere Schutzmaßnahmen z.B. Quarantäne, für die Erkrankten und Mitbewohner angeordnet.

Die Menschen mit dem Coronavirus werden weiterhin gepflegt. Die Mitarbeiter*innen des Pflegedienstes werden nun die Wohnung nur noch in Schutzkleidung betreten. (Weitere Informationen: „Merkblatt für ambulante Pflegedienste“: Download Merkblatt )

Suchen Sie neu einen Pflegedienst, ist dies zur Zeit nicht leicht, da alle Pflegedienste an der Grenze ihrer Kapazitäten arbeiten.

Eine zentrale Vermittlung gibt es nicht, sie müssen sich also an die einzelnen Pflegedienste wenden. Pflegedienste können sie online z.B. bei hamburg.de über folgenden Link finden.
Ambulante Pflegedienste

Auch die Krankenkassen, Pflegestützpunkte oder das Alzheimer -Telefon können Ihnen Adressen geben.

Quellen und weitere Informationen:

https://www.hamburg.de/
https://www.deutsche-alzheimer.de/
https://www.pflege-praevention.de/