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Forderungen

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Unsere Forderungen für Hamburg

In den persönlichen Beratungen oder unseren Gesprächsgruppen für Angehörige im Stadtgebiet werden insbesondere die nachfolgenden Punkte aktuell mit Nachdruck benannt:

Betreuung und Begleitung von Menschen mit Demenz im Krankenhaus
Die Versorgung von Menschen mit Demenz in allgemeinen Krankenhausabteilungen ist seit Jahren unzureichend und überaus belastend für die Erkrankten und ihre Angehörigen. Die Mitarbeiter sind unzureichend sensibilisiert und zu wenig vertraut mit der Erkrankung. Es kommt alltäglich zu prekären Versorgungssituationen. Im Rahmen der Landesinitiative Leben mit Demenz in Hamburg wurden Empfehlungen für Krankenhäuser erarbeitet. Erforderlich ist nun eine verbindliche und nachhaltige Arbeitsstruktur mit professioneller Begleitung für die Implementierung der Empfehlungen.

Betreuung und Pflege in stationären Wohneinrichtungen
Über 70 % der Bewohnerinnen und Bewohner in stationären Wohneinrichtungen sind an einer Demenz erkrankt. Die Pflege und Betreuungssituation ist trotz umfänglichem Praxis-wissen weiterhin in vielen Häusern in Hamburg nicht nur durch den weithin bekannten Mangel an Pflegekräften, sondern auch aufgrund fehlender Kompetenz oft mehr als unzureichend.

Hier gilt es sowohl die Arbeitsbedingungen als auch die Lebenssituation demenzerkrankter Bewohner durch mehr Zeit der Mitarbeiter zu verbessern. Gefordert sind ein drastischer Abbau der Bürokratie (Pflegedokumentation, MDK-Prüfungen etc.), eine bessere Vergütung von Pflegemitarbeitern und die Gewinnung von Nachwuchs für die attraktiver zu gestaltenden Berufe in der Pflege.

Angebote für Menschen, die früh an einer Demenz erkranken
Immer häufiger melden sich Menschen, die relativ jung, zwischen 40 und 60 Jahren, an einer Demenz erkranken. Dies schließt auch Personen ein, die von einer frontotemporalen Demenz betroffen sind. Hier ist nicht nur die familiäre und wirtschaftliche Situation besonders belastend, sondern es mangelt auch an Begleit- und Betreuungsangeboten für die betroffenen Personen und ihre Angehörigen.

Allgemein- und fachärztliche Versorgung
Immer wieder werden lange Wartezeiten bis zur Untersuchung durch Fachärzte beklagt. Und regelmäßig erreichen uns Anfragen und Rückmeldungen von Angehörigen, dass es vielen Hausärzten an Kompetenzen in der Diagnostik, Vermittlung der Diagnose und Kenntnis möglicher Hilfen der Beratung, Begleitung und Betreuung fehlt. Die Arbeitsgruppe „Kompetenz-Kette-Demenz“ der Landesinitiative Leben mit Demenz in Hamburg hat die Problematik einer sicheren und effektiven Überleitung von Menschen mit Demenz aufgegriffen. Jedoch wie beim Thema „Krankenhaus“ bedarf es für eine nachhaltige Implementierung einer verbindlichen Arbeitsstruktur mit professioneller Begleitung, um Schnittstellenprobleme sachlich anzusprechen und ergebnisorientiert konstruktiv bearbeiten zu kön-nen.

Auf dem Weg zur „Freien und demenzfreundlichen Hansestadt Hamburg“
Für viele Erkrankte und Angehörige ist die Diagnose Demenz weiterhin mit Angst und Scham verbunden. Häufig kommt es zum Rückzug und es wird das eigene Leben in Frage gestellt. Um offen mit der Krankheit umzugehen und eine positive Lebensperspektive zu entwickeln, muss es nicht nur Unterstützungs- und Entlastungsangebote geben, sondern es bedarf zusätzlich einer gesamtgesellschaftlichen Sensibilität und Kompetenz im Umgang mit Erkrankten und deren Angehörigen. Menschen mit Demenz und Menschen, die sie begleiten, stehen in vielen Situationen im öffentlichen Raum noch immer vor großen Herausforderungen: In der U-Bahn, im Einkaufszentrum, bei Behörden und in Arztpraxen. Mitar-beiterschulungen, Informationen und Öffentlichkeitsarbeit sind mögliche Wege, Schwellen abzubauen und mehr Teilhabe von Erkrankten am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen.

Die Verbesserung der Lebenssituation von Erkrankten und Angehörigen
erfordert eine nachhaltige und übergreifende Arbeitsstruktur in Hamburg
Mit der ab 2012 begonnenen Landesinitiative „Leben mit Demenz in Hamburg“ hat die Behörde viele im Themenfeld Engagierte zusammengebracht. Es entstanden Arbeits- und Projektgruppen z.B. zu den Themen: Menschen mit Demenz im Krankenhaus, Schulung von Betrieben u.a. (BasisQ), Überleitung vom medizinischen Bereich zu unterstützenden Hilfen (Kompetenz-Kette-Demenz usw. Eine Verstetigung der Aufnahme von Impulsen aus den Stadtteilen und nachhaltige Implementierung erfordert einen verbindlichen Arbeitsrahmen für die Landesinitiative und eine fachkompetente Koordinierung mit entsprechender Ressourcenausstattung.

Wir dürfen nicht zulassen, dass in der prosperierenden Stadt Hamburg Menschen zurück-gelassen werden, die aufgrund ihrer Herausforderungen nicht die Kraft haben, eine Lobby zu bilden!

Stand: 01.2015